Augen auf beim Tagesgeldkonto
Geschrieben von netnut on Januar 29th, 2008 in Finanzen.
Durch massive Werbung und Kämpfen um Kunden zwischen verschiedenen Banken ist in den letzten Jahren das Tagesgeldkonto zunehmend populärer geworden. Parkte der unbedarfte Anleger noch vor fünf Jahren seine nicht benötigte Liquidität auf Sparbüchern oder gar dem Girokonto, so ist heute das Tagesgeldkonto die übliche Variante zum Parken nicht benötigter Mittel.
Mit Zinssätzen von durchschnittlich vier bis fünf Prozent locken insbesondere Internetbanken die Kunden zur Eröffnung. Häufig wird gleich ein Depotkonto oder Girokonto mit eröffnet, weil die Bank sich Einnahmen aus Wertpapiergeschäften des neuen Kunden erhofft oder ihn gleich ganz an sich binden möchte.
Hier sollte vor der Eröffnung des Kontos genau geprüft werden, ob die zusätzlichen Konten nicht eventuell auch zusätzliche Kosten verursachen. Generell gilt es auf einiges zu achten, wenn ein Tagesgeldkonto den gewünschten Effekt einer profitablen und sicheren Geldanlage erfüllen soll. Zum einen sollte beachtet werden, bis zu welchem Anlagebetrag die gebotenen Tagesgeld Zinsen gelten. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, für welchen Zeitraum die Rendite zugesagt wird. Oft sind diese Zeiträume sehr kurz, manchmal sogar nur drei Monate, so dass der zunächst attraktiv erscheinende Zins sich nach einigen Monaten in ein Sparbuch Pendant verwandelt. Der Kunde kann sich hohe Zinsen aber für längere Zeit sichern, indem er häufig die Bank wechselt. So kommt er laufend in den Genuss der Neukundenangebote und somit ständig hoher Zinsen auf das Tagesgeld.
Weiterhin gilt es zu beachten, dass Zinserträge der neu eingeführten Abgeltungssteuer unterliegen und somit fünfundzwanzig Prozent zzgl. Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag automatisch von der Bank einbehalten werden. Der Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro bei Ledigen und 1602 Euro bei zusammen veranlagten Ehepaaren ist davon nicht berührt, sofern der Bank ein Freistellungsauftrag erteilt wurde. Ein solcher Freistellungsauftrag kann zwar auch mehreren Banken erteilt werden, diese dürfen in der Summe jedoch den Höchstbetrag nicht übersteigen. Sämtliche Zinsgewinne die 801 bzw. 1602 Euro im Jahr übersteigen unterliegen somit auch der Abgeltungssteuer.
Generell sind Tagesgeldkonten gut dazu geeignet, die eiserne Reserve profitabler zu parken als auf einem Sparbuch oder dem Girokonto bei der Hausbank. Als alleinige, langfristig ausgerichtete Geldanlage taugen sie jedoch nicht, weil die Renditen an den Aktienmärkten deutlich oberhalb denen auf Tagesgeldkonten liegen.
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